Typisches Einsatzfeld eines ECO-Schalters: KaffeeautomatenTypisches Einsatzfeld eines ECO-Schalters: Kaffeeautomaten
Der preisgekrönte "intelligente" ECO-SchalterDer preisgekrönte "intelligente" ECO-Schalter

Helle Köpfe, tolle Ideen 

Von links nach rechts die Gewinner des Hauptpreises Sebastian Volk, Friedrich Füldner, Andreas Maier und Tobias Fischinger sowie Stifter Ewald Marquardt (August Geiger nicht im Bild)

Die strahlenden Gewinner bei der feierlichen Verleihung des Zukunftspreises 2011 der Privaten Stiftung Ewald Marquardt für Wissenschaft und Technik, Kunst und Kultur – am 24.01.2012 im Tagungshotel Öschberghof in Donaueschingen. Sieben herausragende Arbeiten werden mit insgesamt 28.000 € prämiert.

Technische Innovationen begründen den Wohlstand unserer Gesellschaft
Die Verleihung des Zukunftspreises 2011

Vor zahlreichen hochrangigen Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und den Kommunen ging Stiftungsgründer Ewald Marquardt in seiner Ansprache auf ein Thema ein, das schon seinem unternehmerischen Handeln zugrunde lag. Er war und ist tief davon überzeugt, dass „in unserer Demokratie die technische und technologische Evolution der vergangenen Jahrzehnte Voraussetzung und Fundament für eine sozial gerechte, funktional gegliederte Wohlstandsgesellschaft ist.“ Eine solche Gesellschaft sichere nicht nur das tägliche Brot für den Einzelnen, sondern vermehre Lebenssinn und Lebensfreude der Menschen durch die intensive Entfaltung der Begabungen, durch das Ausschöpfen der Leistungsressourcen, durch die Freude am Fortschritt und an der Verbesserung der Lebensbedingungen. Die große Zahl eingereichter Projekte von „hervorragender Qualität“ habe ihn deshalb besonders gefreut. Sieben Preise konnte Ewald Marquardt an 22 Preisträger vergeben.

Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft für angewandte Forschung und Jury-Vorsitzender, stellte als Laudator die Leistungen der Preisträger in den gesellschaftlichen Kontext und konstatierte, dass technische Innovationen nicht wie andere Spitzenleistungen, z.B. im Sport, öffentlichkeitswirksam im Fokus stehen. „Dabei waren und werden es innovative technische Lösungen sein, die den Wohlstand unserer Gesellschaft begründen und nachhaltig sichern.“ Dies sei den Preisträgern mit ihren Ideen und neuen Projekten außerordentlich gut gelungen. Die objektive Bewertung der zahlreich eingegangenen hervorragenden Vorschläge sei eine Herausforderung für die Jury gewesen, denn neben den technischen Aspekten sei vor allem auch die Marktfähigkeit zu beurteilen gewesen.

Der Zukunftspreis 2011 mit einem Preisgeld von 10.000 € geht an Tobias Fischinger, August Geiger, Sebastian Volk, Andreas Maier und Friedrich Füldner von der Marquardt Mechatronik GmbH. Diesem Team ist es gelungen, einen Schalter zu entwickeln, der elektrische Geräte im Standby-Modus vom Netz trennt und so wesentlich zur Energieeinsparung beiträgt. Die Innovation liegt in der „Intelligenz“ der ECO-Schalter, da diese Standby-Zustände erkennen können. Mithilfe eines elektrischen Impulses werden die Geräteschalter mechanisch ausgeschaltet und damit die Geräte vom Netz getrennt. Äußerlich unterscheiden sich die Schalter nicht von üblichen Geräteschaltern und sind bereits millionenfach in Kaffeeautomaten verbaut. Diese Produktneuheit ist umso wichtiger, als die Energiestiftung Schleswig-Holstein ausgerechnet hat, dass der Standby-Betrieb am bundesweiten Stromverbrauch einen Anteil von 4,4 % hat.

Den mit 5.000 € dotierten zweiten Preis erhalten Dietmar Weisser, Benjamin Schullcke, Thoma Beck, Immanuel Aichele und Markus Scheiter, ebenso von der Marquardt Mechatronik GmbH, für die Entwicklung eines flexiblen und hochpräzisen Drucksensors. Sein zentraler Einsatzbereich ist in Waschmaschinen zur Ermittlung der Füllhöhe des Wassers oder des Flüssigwaschmittels. Ebenso kann der Drucksensor in Spülmaschinen, Kaffeemaschinen oder mobilen Reinigungsgeräten eingesetzt werden. Neben der deutlich erhöhten Genauigkeit gegenüber konventionellen Lösungen wird zudem noch der Platzbedarf um zwei Drittel reduziert. Neben den beiden Hauptpreisen werden drei Sonderpreise vergeben, die mit jeweils 3.000 € dotiert sind.

Einen Sonderpreis teilen sich Johannes Mattes, Uwe Hipp, Andreas Hamma und Klaus-Peter Vogler von der Marquardt GmbH für die deutliche Reduzierung der Komplexität von elektronischen Fahrberechtigungssystemen. Ihnen ist es gelungen, die Anzahl der benötigten Einzelteile für dieses mechatronische System ohne Funktionsbeeinträchtigung um mehr als 50 % zu reduzieren. Damit wird ein großer Beitrag zur Ressourceneffizienz geleistet.

Mit einem weiteren Sonderpreis werden Rudolf Huber und Horst Hanisch von der Pepperl+Fuchs Drehgeber GmbH für die Entwicklung eines kostengünstigen und ausfallsicheren Drehgeber-Sicherheitskonzepts prämiert. Bisherige Lösungen benötigen meist eine redundante Sensorik mit entsprechend hohem Aufwand. Das neue Sicherheitskonzept ermöglicht eine wesentlich einfachere, kostengünstigere und ausfallsichere Lösung.

Den dritten Sonderpreis für die IT-Umsetzung eines komplexen Controllingkonzeptes im Automobilzulieferer-Bereich erhalten Nicola-Eric Welker, Alexander Stettler, Christian Böhmler und Simon Kohler von der Marquardt Service GmbH. Mit dem modernen und flexiblen Berichtswesen soll die internationale Informationsbasis des Marquardt-Konzerns verbessert werden.

Förderpreise zu je 1.000 € erhalten Rainer Breinlinger, Marquardt GmbH, und Steffen Mauch von der Hochschule Furtwangen. Rainer Breinlinger setzte sich im Rahmen seiner Bachelorarbeit mit der automatisierten Betätigung von Schaltersystemen in Umwelt-Simulationsanlagen auseinander. Die Automatisierung senkt hier langfristig die Kosten und steigert die Prüfqualität durch schnelle reproduzierbare Tests. Steffen Mauch hat ein neuartiges schlupfgeregeltes Antiblockiersystem entworfen. Er entwickelte einen Regler, der den Schlupf der Reifen beim Bremsvorgang auf einen Sollwert regelt und damit den Bremsweg verringert.

Jede dieser Innovationen leistet einen herausragenden Beitrag zur nachhaltigen Sicherung unseres wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fundaments. Die Private Stiftung Ewald Marquardt freut sich bereits heute auf neue Projekte im Rahmen der vierten Auflage des Zukunftspreises im Jahr 2013.

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Schwarzwälder Bote
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