Neun hervorragende Ideen prämiert 

Der glückliche Gewinner des Zukunftspreises 2015 Robert Obergfell von der Marquardt GmbH nimmt den Preis von Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger (links) und Stifter Ewald Marquardt (rechts) entgegen.
Bereits zum füften Mal seit 2007 konnte die Private Stiftung Ewald Marquardt ihren im zweijährigen Turnus ausgelobten Zukunftspreis vergeben. Im Rahmen der feierlichen Preisverleihung im Stiftungshaus in Rietheim-Weilheim am 18. März 2016 nahmen neun Preisträger und Preisträgerteams Preisgelder in Höhe von insgesamt 31.000 Euro entgegen.

Innovationen sichern Lebensqualität und Wohlstand
Die Verleihung des Zukunftspreises 2015

In seiner Ansprache zu Beginn der Preisverleihung im Rietheimer Stiftungshaus im Beisein vieler Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft wies der Stiftungsgründer Ewald Marquardt darauf hin, dass der Zukunftspreis zu technischen Innovationen anspornen soll auf einem Gebiet, das mit seinen Produkten und Systemen in Fahrzeugen, bei Geräten und Maschinen eine immer wichtigere Rolle spielt. Denn Lösungen der elektrischen Schalt-, Steuerungs- und Regelungstechnik sind im Vormarsch. Sie sind vergleichbar einem immer intelligenter werdenden Nervensystem, welches in seiner Anwendung optisch kaum in Erscheinung tritt und häufig ganz oder in Teilen unsichtbar bleibt.

Ewald Marquardt hob weiterhin hervor, dass der Verleihung des Zukunftspreises gerade auch im vor zwei Jahren neu errichteten Stiftungshaus eine besondere und symbolische Bedeutung zukommt, da hier in einem Gründerzimmer an die technischen Innovationen des Industriepioniers und Unternehmensgründers Johannes Marquardt erinnert wird.

„Die Arbeit in der Jury ist nicht ganz leicht gewesen bei der Vielzahl der Einreichungen, sie hat aber Freude bereitet“, sagte Laudator und Jury-Vorsitzender Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, ehemaliger Präsident der Fraunhofer Gesellschaft. Daher habe das Gremium in diesem Jahr nicht nur einen ersten, zweiten und dritten Preis vergeben, sondern zusätzlich eine ganze Reihe anderer Auszeichnungen. Insgesamt wurden neun Preise vergeben.

In seinem Grußwort betonte Dieter Teufel, Präsident der IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg, dass die Bedeutung solcher Veranstaltungen auch gerade für den ländlichen Raum nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Junge findige Ingenieure in erfolgreichen mittelständischen Unternehmen der Region erhielten hier eine außergewöhnliche Bestätigung für die gezeigten Leistungen. „Das spornt findige Menschen an“, so Teufel unter Hinweis auf die bereits fünfte Preisverleihung.

Den Zukunftspreis 2015 mit einem Preisgeld von 10.000 Euro gewann Robert Obergfell von der Marquardt GmbH. Er entwickelte ein Transpondersystem, mit dem man ein Keyless-Go Fahrzeug auch dann noch starten kann, wenn der Akku im Schlüsselsystem leer ist. Entscheidend bei dieser Entwicklung ist die Vereinheitlichung der bisher zwei getrennten Kommunikationssysteme für Normal- und Notfahrbetrieb zu einem System mit der Folge erheblicher Kosteneinsparungen.

Wolfram Walter von der ASD Automatic Storage Device GmbH aus Umkirch bei Freiburg erhielt einen mit 5.000 Euro dotierten 2. Preis für einen neuen Technologieansatz im Aufbau von stationären Stromspeichern und Speichersystemen. Dank der neuentwickelten Steuer- und Regelelektronik können Einzelzellen in einem Batteriesystem parallel geschaltet werden, wodurch die bekannten Probleme der bisher eingesetzten Reihenschaltung gelöst werden.

Ein weiterer 2. Preis, ebenfalls mit 5.000 Euro Preisgeld, ging an ein Team unter Leitung von Prof. Dr. Bruno Burger und Cornelius Armbruster vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme in Freiburg. Prämiert wurde hier die Entwicklung eines hochkompakten und hocheffizienten Wechselrichters mit SiC-Transistoren für die unterbrechungsfreie Stromversorgung von elektrischen Geräten.

Zusätzlich wurden fünf Sonderpreise mit einem Preisgeld von je 2.000 Euro vergeben.

Ein Sonderpreis ging an ein Team der Hochschule Reutlingen mit Prof. Dr. Bernhard Wicht, Jürgen Wittmann, Tobias Funk, Achim Seidel und Christoph Rindfleisch. Ausgezeichnet wurde die Erfindung eines hochfrequent getakteten Schaltwandlers (Multi-MHz-Wandler) für hohe Eingangsspannungen bis 50–100 V als kompakte und hocheffiziente Spannungsversorgung. Die hohe Taktfrequenz ermöglicht den Einsatz kleinerer Bauteile, dies wiederum führt zu kompakteren und intelligenteren Energiemanagementsystemen für Kfz, Industrie und Kleinverbraucher.

Ein Team der Marquardt Mechatronik GmbH mit Andreas Zimmer, Lukas Reidinger, Immanuel Aichele, Dietmar Weisser, Christian Schmid und Sebastian Volk erhielt einen Sonderpreis für die Entwicklung eines magnetischen Drehknopfes für ein Heizungsthermostat. Der magnetisch gesteuerte Drehknopf ermöglicht eine ruckelfreie und genaue Leuchtanzeige der Drehbewegung auf einem hochauflösenden Display.

Für die Entwicklung eines verteilten Energiemanagementsystems für den Einsatz in Elektrofahrzeugen wurden Dr. Jonathan Brix, Dr. Kai Pfeiffer und Mihai Dragan vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Kernpunkt der Innovation ist ein verteiltes Batteriemanagementsystem mit leistungsfähiger Hardware zur Überwachung der einzelnen Zellen und Kommunikation mit anderen Batteriezellen oder Fahrzeugsystemen.

Ein weiterer Sonderpreis wurde an Dr. Michael Schmitz und Jens Löffler von ebm-pabst  St. Georgen GmbH & Co. KG   für die Entwicklung einer elektrischen Ölpumpe für Kfz-Getriebe mit integriertem Elektromotor und Steuergerät vergeben. Diese Ölpumpe sichert bei Hybridgetrieben auch dann die Ölversorgung wenn, zum Beispiel beim elektrischen Anfahren der Verbrennungsmotor abgeschaltet und damit die Hauptölpumpe außer Betrieb ist.

Der fünfte Sonderpreis ging an Andreas Hamma, Wolfgang Häußler, Daniel Moosmann und Günther Ebner von der Marquardt Mechatronik GmbH. Dieses Team hat zur Erhöhung der Sicherheit ein Batteriemanagementsystem für Ströme im Batteriestromkreis erfunden, welches auf einer Hochstromleiterplatte mit integrierten Kupfer-Inlays Hochstromtechnik von 0–1.200 A bei 400 V und Fahrzeugelektrik bis 12 V kombiniert.

Der Student Florian Knöpfle von der Hochschule Konstanz für Technik, Wirtschaft und Gestaltung und Camille Ferrière von der Marquardt Mechatronik GmbH konnten sich über den Förderpreis von 1.000 Euro freuen. Sie hatten eine Software zur Analyse und Bewertung von Pedelec-Tests in realer Umgebung entwickelt.

Alle diese hervorragenden Innovationen tragen maßgeblich zu unserer Wohlstandssicherung bei. Die Private Stiftung Ewald Marquardt freut sich deshalb bereits heute auf interessante neue Projekte im Rahmen der sechsten Auflage des Zukunftspreises 2017.

Die Preisträger mit dem Jury-Vorsitzenden Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger (vorne links) und dem Stifter des Zukunftspreises Ewald Marquardt (vorne zweiter v. rechts)

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SÜDKURIER, 26.03.2016
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